Interview mit Britta und Hans-Peter Hertler (Sambia)

Oliver Helmers: Liebe Familie Hertler, viele unserer Leser werden Eure Arbeit in Sambia kennen. Viele möglicherweise aber auch nicht. Was genau macht ihr als Missionarsfamilie in Sambia?

Wir sind nun seit zehn Jahren in Sambia. Die ersten Jahre waren wir zur Unterstützung der Kirchenarbeit vor Ort bei einzelnen Gemeinden dabei und in abgelegenen Bezirken unterwegs. Seit letztem Jahr wurde uns die Leitung des Missionars-Teams in Sambia anvertraut. Das bedeutet viel Administration, Besprechungen und immer mal wieder auch größere und kleinere „Feuer löschen“ – aber eben auch immer vorne mit dabei sein und miterleben, wie Gott durch unsere Mitmissionare und unsere sambischen Partner sein Reich baut.

Unsere Kinder gehen in eine internationale Schule in der Stadt, in der wir wohnen, und Britta ist die gute Seele des Teams, die jedem einen Kaffee oder Tee anbietet und sich Zeit nimmt, wenn – und das passiert oft – jemand bei uns vorbeikommt.

In Deutschland hat Corona alles auf den Kopf gestellt. Wie ist die aktuelle Lage bei Euch in Sambia?

Bei uns ist Corona natürlich auch ein großes Thema. Es gibt Einschränkungen, bzw. Schutzmaßnahmen wie Hände waschen vor jedem Laden, social distancing – was leider nur bedingt klappt – und keine Versammlungen und Gottesdienste mehr. Aber ansonsten läuft das Leben hier ziemlich normal weiter. Wir sind dankbar, dass es vor allem beim Warennachschub aus Südafrika nicht zu größeren Engpässen kommt. Die große Herausforderung sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten – im Land gibt es bisher erst knapp unter 100 registrierte Fälle, das wäre also keinem aufgefallen, wenn wir nicht die Nachrichten gehört hätten.

Macht das etwas mit Eurem Glauben?

Wir als Missionare sind in einer besonderen Situation, wir haben die Wahl: bleiben oder gehen. Aber wie es jemand aus unserem Team gesagt hat: Wir haben so oft davon geredet und gepredigt, dass wir Gott vertrauen müssen – dann ist das jetzt auch dran, es praktisch umzusetzen. Dennoch hatte ich (HaPe) schon auch ein flaues Gefühl im Magen, als wir die Nachricht vom Deutschen Botschafter bekommen haben, so schnell wie möglich das Land zu verlassen. Aber als ich sah, dass Britta keinen Grund sah zu gehen, hat das auch mir wieder Mut gemacht. Wir sind froh hier zu sein, an dem Platz, an den wir uns von Gott berufen wissen. Es hat sich mittlerweile fast eine neue Normalität eingespielt und manches läuft jetzt einfach auf kleinerer Flamme weiter.

Gibt es einen Bibelvers, den Ihr als Ermutigung in diesen Tagen nach Deutschland schicken wollt?

Ein Wort, das mich seit meiner Aussendung an die Bibelschule begleitet hat, nie an Aktualität verloren hat, aber auch und besonders, in der jetzigen Situation gilt:

Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst. Josua 1,9

Vielen Dank für das Interview und Gottes Segen ganz besonders jetzt, in dieser besonderen Zeit!

2 Kommentare zu „Interview mit Britta und Hans-Peter Hertler (Sambia)

  1. Oh, Ja. Diese Gottesworte-Jos. 1,9 habe auch ich für mich verinnerlicht in dieser Zeit. Ich bewundere
    Eure Standhaftigkeit. Nur mit vollkommenem Gottvertrauen sind solche Zeiten durchzustehen.

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