Interview mit Tabea und Gerd-Ulrich Kirn

Tabea und Gerd-Ulrich Kirn haben eine Hausarztpraxis in Aldingen. In unserer Gemeinde sind sie vielfältig engagiert. Ich konnte ihnen einige Fragen stellen.

Oliver Helmers: Liebe Tabea, lieber Gerd-Ulrich, bestimmt hat sich in Eurer Praxis seit Corona Einiges geändert. Was ist seit März alles anders geworden?

Tabea Kirn: Die Patienten müssen klingeln und dürfen nur eintreten, wenn sie kein Erkältungszeichen haben. Alle mit Schnupfen, Husten, etc. werden im Zelt vor der Tür behandelt. Seit der Maskenpflicht fehlt mir die lebendige Mimik im Gespräch.
Gerd-Ulrich Kirn: Die Abläufe sind komplizierter: mehr Telefon, Infektpatienten von anderen Patienten trennen, sich in Montur einkleiden bei der Behandlung. Am Ende des Tages ist man bei deutlich weniger Arbeit genauso erschöpft.

Ist es richtig, dass nun weniger zum Hausarzt gehen, weil sie Angst vor Ansteckung haben?
Gerd-Ulrich Kirn: ja! Und erst mal war das auch gut so. Eine vorsichtige Rückkehr zu etwas mehr Normalität ist aber auch im Krankenhaus und den Praxen wieder gerechtfertigt.

Tabea Kirn: Zurzeit arbeitet immer nur ein Arzt in der Sprechstunde. Dafür telefonieren wir alle sehr viel oder machen auch Videosprechstunde (selten). Eigentlich ist es auch schön, manchmal wieder mehr Zeit für den einzelnen zu haben.

Für euch spielt der Glaube eine große Rolle. Verändert euer Glaube an Jesus Christus auch eure Arbeit?

Gerd-Ulrich: Das wünsche ich mir – dass Gelassenheit spürbar ist. Nicht, weil wir bagatellisieren oder dramatisieren, sondern glauben, dass Gott alles, auch Corona, weiß. Römer 8 ist klasse, um diese Perspektive zu kriegen!

Tabea Kirn: Ich erlebe oft, wie ich an die Grenzen der ärztlichen Kunst komme, gerade angesichts schwerer unheilbarer Erkrankung, Sterben und Tod. Da ist es enorm entlastend zu wissen, dass jeder Einzelne letztendlich in Gottes Hand ist, dass ER Anfang und Ende bestimmt und ich einfach für meine Patienten beten kann.

Was wünscht Ihr Euch für unsere Kirchengemeinde?

Tabea Kirn: Ich wünsche, dass wir Hoffnungsträger sind, die ihren Glauben an Jesus relevant taktisch in unsere säkulare Welt, die Nachbarschaft, Arbeitswelt etc. hineintragen. Bedenkenträger haben wir genug!

Gerd-Ulrich Kirn: Klasse, was ihr online auf die Beine stellt! Und doch wären viele informelle Zweiertreffen oder Telefonate auch stärkend. Ich hoffe, da läuft viel – und bald wieder Gottesdienst, das wünsche ich mir. Er fehlt doch sehr!

Vielen Dank für das Interview. Gottes Segen für Eure Arbeit!

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