Wie waren eigentlich die Konfirmationen?

Vorwarnung: Dieser Artikel ist länger als im Internet üblich. Aber wie heißt es so schön: „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über“

„Wie war eigentlich die Konfirmation?“ – Kein Wunder, dass jemand diese Frage stellt. Hinter verschlossenen Türen – top secret sozusagen – wurden unsere Konfis am letzten und vorletzten Sonntag von Konfirmanden zu  Konfirmierten. Sie haben ihr Ja zu Jesus Christus gegeben, sie wurden von unsere Jugenddiakonin Karin Pohl und mir gesegnet und erhielten ihren Segensspruch. Eigentlich so wie immer, oder?

Dieses Jahr war alles anders. Aus Platzgründen waren die Konfirmationen nichtöffentlich. Wegen der Abstandsregelungen (2 Meter Abstand zwischen den Familien) haben wir gleich fünf Konfirmationen durchgeführt. Wie froh waren wir, dass am Ende alle angemeldeten Gäste in die Kirche gepasst haben!

Weil in der Coronazeit Gottesdienste in unserer Landeskirche nicht länger als 30-40 Minuten dauern sollen, war nicht nur Abstand, sondern auch Kürze geboten. Da es aber jeweils  nur vier bis sechs Konfis waren, kam keine Hektik auf.

Band, Posaunenchor und Orgel waren musikalisch im Einsatz. Die Mesnerin und der Begrüßungsdienst stellten sicher, dass alle ihren Platz fanden. Das Technikteam war für Ton und Bild zuständig, denn für die Konfis wird anhand der Aufnahmen eine DVD erstellt.

Ein Videostreaming hatten die Konfis überwiegend abgelehnt. Man mag dies bedauern und unterschiedlich sehen, aber nicht erst seit der neuen Datenschutzverordnung ist das Bewusstsein für die Gefahren des Internets deutlich gestiegen. Eine solche persönliche Feier sollte nicht im Internet veröffentlicht werden, so das Votum der Familien, das es zu respektieren gilt.

Damit bin ich auch schon bei der großen Stärke der diesjährigen Konfirmationen angelangt: Auch wenn die Konfirmationen für unsere Mitarbeitenden mit immensem Aufwand verbunden waren (ein großes Dankeschön an Euch alle!), waren sie in besonderer Weise persönlich und familiär gehalten.

Erstmals konnte die Predigt zu den Denksprüchen der einzelnen Konfis gehalten werden. Dass die Konfis nicht hinter mir, sondern vor mir bei ihren Familien saßen, kam mir als Redner dabei zugute. So konnte ich die Konfis direkt ansprechen und (hoffentlich!)  für ihren Lebensweg ermutigen.

Dankbar radelte ich wieder heim und feierte insgeheim ein Jubiläum. Es war meine 25. Konfirmation. Dieses Jahr bin ich besonders dankbar: dankbar für die persönlichen Konfirmationen, dankbar für die Bewahrung (anders als an anderen Orten musste nicht ein einziger Konfi wegen Quarantäne oder Erkrankung auf die Konfirmation verzichten), dankbar auch dafür, dass für so viele die Konfirmation kein Schlusspunkt, sondern ein Doppelpunkt wurde, und sie sich mit Diakonin Karin Pohl und anderen zum Bibellesekreis treffen werden, dankbar für unsere Mitarbeitenden, die mit Herz und Verstand und ganz viel Tatkraft bei der Sache sind.

Möge Gott unsere wunderbaren Konfirmierten auf ihrem Weg segnen!

Pfarrer Oliver Helmers

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