Wie eine Sommerbrise… (Impuls zum Wochenende)

Wenn ich mir überlege, welche Begegnungen meinen Glauben geprägt haben, waren es selten spektakuläre Ereignisse. Das Lauschen biblischer Geschichten schon als Kind in der Kinderkirche. Die stille Zeit mit Entdeckungen in der Bibel. Ein leises zartes „Ja“ zum Glauben, bewusst gesprochen bei der Konfirmation. Sensationell war das alles nicht. Für mein Leben bedeutsam hingegen schon.

Statt im Großen oder Sensationellem, statt in einem Sturm oder einem Erdbeben, begegnet Gott dem Propheten Elia in einer leichten Brise. In einem „sanften Säuseln“, wie der gute alte Luther übersetzt.

Ich will mir das hinter die Ohren schreiben:

Gott hat ein Faible für Understatement. Seine gewaltigen Taten geschehen oft im im Kleinen.

Ein paar Beweise gefälligst?

+ Jesus kommt als Säugling auf die Welt. Wie beachtlich ist das?

+Später reitet Jesus nicht auf einem Kriegsross, sondern auf einem Esel.

+Auch wenn die Wunder bei den ersten Christen beachtlich waren: Was den Glauben der ersten Christen nachhaltig nährte, waren keine Wunder: Es war die Gemeinschaft, ein Stückchen Brot und ein Schluck Saft, das gemeinsame Gebet, als Stärkung für das Leben und das Spüren „Wo zwei oder drei versammelt sind“; da ist Jesus „mitten unter ihnen.“

Achten wir auf die kleinen Zeichen Gottes. In unserem Leben. Sie werden nie in der Zeitung stehen, aber möglicherweise werden sie bedeutsam sein und unser Leben nachhaltig prägen.

Kommen Sie gut ins Wochenende!
Ihr / Euer Pfarrer Oliver Helmers

PS: Hier noch die Geschichte von Elia auf dem Horeb nach einer Nacherzählung des niederländischen Autors Anne de Vries:

Und plötzlich erhob sich ein gewaltiger Sturm, der fuhr heulend um die Gipfel, riss die Felsbrocken los und warf sie in den Abgrund, wo sie krachend aufschlugen. Zitternd stand Elia in dem Toben und wartete auf den Herrn. Doch der Herr war nicht im Sturm. Da grollte es dumpf im Erdinnern, und Elia suchte an der Felswand Halt. Ein schweres Erdbeben erschütterte die Berge. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. Nach dem Erdbeben kam ein Unwetter. Ganze Bündel von Blitzen fuhren hernieder, und der Donner grollte zwischen den Schluchten. Der ganze Berg Horeb war ein einziges Feuer, wie ein großer Altar Gottes. Doch der Herr war nicht im Feuersturm. Schließlich wurde es still, und durch diese tiefe, heilige Stille rauschte sanft ein erfrischender Hauch wie eine Sommerbrise. Als Elia dieses sanfte Rauschen vernahm, bedeckte er sein Gesicht mit dem Mantel und trat aus der Höhle und stand klein und demütig an ihrem Eingang. Er wusste: Jetzt kam der Herr.“

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