Meine Augen – Seine Augen

Impuls für Samstag, 21.03.2020

Unsere Augen sehen stets auf den Herrn!

Ich habe das Gefühl, dass dieses Wort vor langer Zeit für mich wichtig war… dabei ist es erst eine Woche her: Der vergangene Sonntag hat den alten lateinischen Namen: „Okuli“ – das heißt Augen. Und daraus kam der Gedanke, so zu leben: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn.“ (siehe Impuls vom Dienstag)

Es ist mir nicht immer gelungen. Die Nachrichten waren schneller, die Sorgen größer, und das „Tun“ scheinbar wichtiger. Schade. Es hätte mir gut getan, wenn ich den Blick schneller nach oben gerichtet hätte.

Gott sei Dank stehen die Augen nicht nur für meine Augen. Sondern auch für Gottes Augen: Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. (Ps 34)

Meine Augen auf den Herrn, das ist also keine Einbahnstraße: ganz im Gegenteil!
Zuerst schaut Gott mich an. Und er schaut mich freundlich an. Auch wenn ich mal wieder das Falsche anschaue, auch wenn ich mich von der Sorge fangen lasse: Gott schaut mich freundlich an.

Das ist meine Zuversicht für heute. Egal, was die Nachrichten bringen. Egal, was mein Herz sagt:
Gottes Augen schauen mich an. Und er weiß um mich!

Abstandshalter oder Nähesucher?

Vorsicht, in diesen Tagen sind Nähesucher unterwegs! Mir begegnet die ältere Dame, die im Rollstuhl durch die Nachbarschaft geschoben wird. An jedem Gartenzaun wird angehalten, um an jeder Ecke mit den Nachbarn ein Schwätzchen zu halten, ohne jeglichen Abstand. Ich sehe Jugendliche, die in kleinen Gruppen zusammen Fahrrad fahren, eng nebeneinander. Oder ich denke an die Menschen im Supermarkt, die partout keinen Abstand halten. Man mag darüber schimpfen oder mit Ausgangssperren drohen oder einfach feststellen: Abstand halten fällt vielen wirklich schwer. Was sind Sie in diesen Tagen: Nähesucher oder Abstandshalter? undefined
Ich meine, in dieser Zeit ist beides wichtig: Abstand halten – körperlich auf jeden Fall! – aber gleichzeitig die Nähe suchen, digital, übers Telefon oder wie die Kanzlerin vorschlägt – the old way – mit Briefumschlag und Briefmarke. 
Vielleicht sind diese Wochen eine Chance, Kontakte aufleben zu lassen, für die sonst wenig Zeit war. Oder den Bekannten anzurufen, den man doch schon so lange anrufen wollte. Einer hält keinen Abstand, das steht fest. Auch wir müssen keinen Abstand zu ihm halten. Jesus sagt: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,20). 
Ihr / Euer Pfarrer Oliver Helmers 

Nicole und Martin Berner im Interview

Jetzt, wo wir uns nach dem Gottesdienst nicht mehr beim Kirchenkaffee oder bei der Krabbelstube unterhalten können, habe ich Nicole und Martin Berner auf anderem Weg gefragt, wie es ihnen geht. Unsere Gemeindeglieder Nicole und Martin Berner arbeiten in der Marktplatz Apotheke in Spaichingen. Hier unser Interview:

OH: Wie hat sich in den letzten Wochen Euer Alltag verändert?

Nicole: Zunächst einmal lief alles recht normal – außer dass alle Arten von Mundschutz schon vor Wochen ausverkauft waren. Das änderte sich schlagartig, als letzten Freitag bekannt wurde, dass die Schulen geschlossen werden sollen. Ich hätte noch eine Woche vorher nie gedacht, dass es soweit kommt.

Martin: Seither machen wir täglich viele Überstunden. Wenn die Apotheke abends zumacht, räumen wir noch eine bis eineinhalb Stunden auf. Das ist auch der Grund, weshalb wir als Familie bisher noch nicht so recht „runterfahren“ konnten.

Nicole & Martin: Wir spüren die Unsicherheit und Sorgen der Kunden – und tragen gleichzeitig unsere eigene Unsicherheit und Sorgen mit uns herum. Manchmal ist da auch ein bisschen „Verzweiflung“ im Spiel: Wenn ich schon keinen Mundschutz bekommen kann, dann wenigstens Händedesinfektion oder Paracetamol…

„Bleib gesund“ oder „Bleiben Sie gesund“ hört man in diesen Tagen häufig. Was tut Ihr selbst, um Euer Immunsystem zu stärken? Was könnt Ihr raten?

Nicole: Statt morgens als erstes auf das Smartphone zu sehen, ob irgendwelche Nachrichten gekommen sind, greife ich zu den „Losungen“ oder „Termine mit Gott“.  Wenn wir etwas für unsere Seele tun, dann tun wir auch etwas für unser Immunsystem!

Martin: In die gleiche Richtung zielt mein Tipp, den ich schon oft an Kunden weitergegeben habe: Schaltet Euer Smartphone aus! Es ist doch, wenn wir ehrlich sind, naheliegend, dass schlechte Nachrichten unglücklich machen und belasten. Und mit nichts auf der Welt bekomme ich so schnell schlechte Nachrichten als mit dem Smartphone. An Nicole und mir geht das nicht spurlos vorüber. Und wir wissen, dass es anderen auch so geht. Einmal pro Tag seriöse Nachrichten, das reicht!

Nicole & Martin: Und dann andere, ganz banale Dinge: Rechtzeitig ins Bett gehen und viel schlafen! So lange es noch möglich ist, das wunderbare Wetter genießen! Immer wieder Dinge ins Bewusstsein rufen, für die wir dankbar sein können! Und wenn Ihr wirklich etwas kaufen wollt, dann vielleicht Vitamin D, das wir guten Gewissens fast allen Menschen empfehlen können…

Was bedeutet Euch Euer Glaube in diesen Tagen?

Martin: Ich bin dankbar, dass wir einen „Ansprechpartner“ im „Himmel“ haben. Schon alleine die Tatsache, dass ich Dinge im Gebet sagen kann, schützt vor Depression. Ich frage mich, wie das Menschen lösen, die nicht glauben – und wünsche mir, dass viele Menschen das Geschenk der Erlösung erfahren!

Nicole: Es ist einfach, an Gott zu glauben, wenn es uns gut geht. Zurzeit versuche ich mehr als zuvor, meine Sorgen an Gott abzugeben.

Nicole & Martin: Wir bitten Gott darum, dass wir trotz der vielen Fragen, die wir selbst haben, in der Apotheke – ganz ohne viele Worte –  etwas von der Hoffnung weitergeben dürfen, die uns Christen geschenkt ist. Als Spaichinger, die am Fuße des Dreifaltigkeitsbergs leben, passt unser gemeinsamer Lieblingspsalm 121 sehr gut, in dem es heißt: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“

OH: Vielen Dank für das Interview! Wir werden für Euch beten. Danke für das, was ihr in diesen Tagen leistet!

Kindergottesdienst online

Sophia Wald macht uns auf eine Sache aufmerksam, die für Kinder und ihre Eltern interessant sein könnte. Sie schreibt:

Ich habe von einem gemeindeübergreifenden Projekt gehört, das ab nächsten Sonntag, also am 22. März,  einen Online-Kindergottesdienst per YouTube starten wird. Ab 9:30 Uhr mit Liedern, Spielen zum Mitmachen, Theater und Impuls.

So, dass die Kleinen auch nicht leer ausgehen und die Eltern nebenbei Zeit für unseren Livestream-Gottesdienst haben 😉 und natürlich zum Weitersagen und Vertrauen, dass Gott auch das nutzt, um Kinder zu erreichen!

Link zum YouTube Kanal: https://m.youtube.com/channel/UCsnIncp_DV3YPMkif-4Npgg?view_as=subscriber Es gibt auch einen Instagram-Account: onlinekigo

Danke, Sophia!

Die positiven Nachrichten, die in diesen Tagen untergehen

Ärztinnen und Ärzte, die frühzeitig aus ihrer Elternzeit zurückkehren, Ruheständler, die den Dienst wieder aufnehmen, Krankenpflegepersonal, das ohne zu Murren etliche Überstunden macht, Virologen, deren jahrelange Forschung nicht nur der Bundesregierung zugute kommt, Christen, die nun besonders christliche Werke mit Geldspenden unterstützen, saubere Luft und eine Umwelt, die sich während des Fabrikenstillstands erholen kann, ein christliches Gästehaus – der Schönblick – der bereit ist, seine Zimmer in Krankenhauszimmer umzuwandeln, Einzelhändler in Spaichingen und anderswo, die sich zusammentun, um einen Lieferdienst auf die Beine zu stellen, Jüngere, die für Ältere einkaufen, Supermärkte, die trotz Engpässe fast alles weiterhin anbieten, Kirchengemeinden, die selbstverständlich auf alle Möglichkeiten der Digitalisierung zurückgreifen, Eltern, die nun wieder mehr Zeit für ihre Kinder haben.. 
Ohne schön reden zu wollen: Die guten Nachrichten gehen in diesen Tagen oft unter. Ich bin mir sicher, auch Sie schreiben in diesen Tagen gute Nachrichten. Was sind die guten Nachrichten über Sie, die wohl nie in der Zeitung stehen werden? 
Hebr. 13, 16: Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.

Pfarrer Oliver Helmers

Pfarrbüro im Home office

Leeres Büro, völlig ungewohnt

Soziale Distanz ist das Schlagwort der Tage. Es geht darum, mit möglichst wenigen Leuten direkten Kontakt zu haben. Und so haben wir heute das Pfarrbüro geschlossen.

Damit wir weiter als Gemeinde funktionieren und Kontakt halten können, sind unsere beiden super Mitarbeiterinnen bereit, von zu Hause aus weiter zu arbeiten. Danke Sabine und Kerstin! Ich brauche euch ganz dringend und bin froh, dass wir gemeinsam weiter dran bleiben können!

Am Besten erreichen sie uns per eMAil (gruessgott@aldingen-evangelisch.de).
Morgen versuche ich eine Telefonumleitung zu schalten. Niemand soll auf die beiden freundlichen Stimmen verzichten!

Danke für alles Mittragen und für ihr/Euer Verständnis.

Ulrich Dewitz

Änderungen am Blog

Liebe Blog-Leserinnen und Leser,
Wir hatten den Blog gestartet, um Ihnen jeden Tag einen geistlichen Impuls zu senden. Leider kam er heute etwas spät. Sorry, ich hatte vergessen ihn frei zu schalten.

Nun kam die Anregung, dass wir auch Fundstücke aus dem Netz, persönliche Gedanken und Aktuelles aus der Gemeinde schreiben könnten. Dazu wären auch weitere Autoren bereit mit zu schreiben.
Ich habe nun versucht, die Idee im Blog zu integrieren. Die Beiträge bekommen ab jetzt unterschiedliche Kategorien: Impuls oder Fundstücke oder Allgemein.
Auf der Internetseite werden die Kategorien getrennt angezeigt und auch in der eMAil mit neuen Beiträgen sehen Sie, welcher Kategorie der Beitrag angehört.

Was halten sie von der Idee? Verwirrt das? Sollen die Fundstücke wo anders hin?

Danke für ihre Rückmeldung, entweder als Kommentar oder an: ulrich.dewitz@elkw.de

Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. (Psalm 62,9)

Gedanken von Pfarrer Oliver Helmers

Wenn ich an die letzten Tage denke, denke ich an den Kleinunternehmer, der sich Sorgen um seine berufliche Existenz macht. An den Schüler, der sich so auf den Schüleraustausch gefreut hatte. An den Arzt, der eigentlich kürzer treten wollte, aber nun voll und ganz im Einsatz ist. An den leeren Schaukasten unserer Kirchengemeinde, weil nun alle Veranstaltungen ausfallen. An die Eltern, die nicht wissen, wie sie die Kinderbetreuung organisieren sollen. An die Frau an der Kasse, die Angst hat sich anzustecken. Und so vieles mehr… Ich möchte nicht nur wahrnehmen und vorbeigehen. Ich möchte meine Erlebnisse vor Gott bringen und darum bete ich. Beten Sie mit?

Herr, unser Gott, wir bitten dich für alle, die sich Sorgen um ihre berufliche Existenz machen. Die Mitarbeiter in Kurzarbeit, die großen und kleinen Handwerksbetriebe, die Freiberufler und Selbstständigen. Herr, erbarme dich…

Wir bitten dich für alle, die im medizinischen Bereich arbeiten. Gib ihnen Kraft für die nötigen Aufgaben und lass sie gesund bleiben. Herr, erbarme dich…

Wir bitten dich für alle Familien, die nun ohne Fremdbetreuung ihrer Kinder auskommen müssen. Hilf ihnen bei den neuen Belastungen. Herr, erbarme dich…

Die Schülerinnen und Schüler, dass sie ihre neu gewonnene Zeit sinnvoll einsetzen… Herr, erbarme dich…

Für die Menschen, die Angst haben vor Krankheit und Ansteckung. Herr, erbarme dich...

Für unsere Kirchengemeinde, die nun brach liegt. Lass aus der Brache etwas Gutes entstehen. Herr, erbarme dich…

Welche Gebetsanliegen haben Sie? Gerne können Sie Ihre Gebetsanliegen zu den Kommentaren hinzufügen oder an oliver.helmers at elkw.de schicken. Manche der Anliegen werden am Sonntag im Online-Gottesdienst aufgenommen!

Ein Impuls von Pfarrer Oliver Helmers

Die Nachricht trifft mich wie ein Schlag: Einreiseverbot für Europäer. Ausgerechnet die USA lassen niemanden mehr rein – das Land, in dem ich schon soviel Gastfreundschaft erfahren habe. Dabei hatte ich gar keine Reisepläne. Nicht in diesem Jahr und wohl auch nicht im nächsten. 

Trotzdem merke ich gerade jetzt, wie wertvoll mir Rechte sind, die ich vor zwei Wochen noch für selbstverständlich gehalten hatte: Die Freiheit zu Reisen – ob nun in die USA oder nach „bella italia“, Versammlungsfreiheit, ob nun im Gottesdienst oder bei einem schönen Konzert… Wie dankbar bin ich, dass diese Einschränkungen nur vorübergehend gelten.

Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für Euch„, heißt es in der Bibel (1. Thess 5,18). Ja, das will ich sein! Dankbar – gerade in diesen Zeiten. Dankbar für die Rechte, die mir so selbstverständlich schienen. 

Frage zum Weiterdenken: Wofür Sie heute dankbar?

Foto: Uwe Schmittutz