Gottesdienste aus der Evangelischen Kirche in Aldingen weiterhin im Live-Stream

Folgenden Bericht kann man heute im Heuberger Boten lesen:

Seit 15. März sendet die Evang. Kirchengemeinde in Aldingen ihre Gottesdienste live via Internet zu den Gläubigen. Das soll in den nächsten Wochen beibehalten werden.

„Gottesdienst braucht Gemeinschaft“ sagt Pfarrer Dewitz etwas traurig, „und diese Gemeinschaft fehlt uns zurzeit sehr.“ Deshalb hat die Kirchengemeinde lange überlegt, wie sie die neuen Freiheiten für ihre Gottesdienste nutzen könnte. Aber die Auflagen von Land und Kirche sind sehr streng: 2 Meter Abstand voneinander, kein Gesang, keine Begegnung und Gespräch, Höchstdauer 35 Minuten. Für die Kirche in Aldingen bedeutet dies, dass nur 30 Personen am Gottesdienst teilnehmen können. In Denkingen wären es nur 9 Personen.  Pfarrer Dewitz erzählt, dass sie in der Kirche jeden Sitzplatz mit farbigen Zetteln markiert hatten und manches probierten. „Aber mehr als 30 Leute bekommen wir nicht rein.“ Sagt er und ergänzt: „Wen soll man dann zulassen und wen abweisen?“

Am Ende von vielen Gesprächen entschied sich der Kirchengemeinderat, sonntags weiter den Gottesdienst im Internet zu übertragen. Dadurch kann er in voller Länge mit Liedern, Musik und Gesang stattfinden. Zusätzlich gibt es jeden Donnerstag Abend ab 19:30 Uhr eine Abendandacht.

„Wir schätzen, dass letzten Sonntag ungefähr 200 Leute den Gottesdienst live gesehen haben. Und insgesamt gab es über 400 Klicks.“ Sagt Ulrich Dewitz und staunt über so viel Verbundenheit. Umso wichtiger ist es der Kirchengemeinde, dass Sie das Angebot aufrecht erhält. Nächsten Sonntag wird Pfr. Arnold aus Tuttlingen zum ersten Mal im live-Gottesdienst predigen. Er vertritt Pfr. Helmers, der in Elternzeit ist. Eines ist Pfr. Dewitz noch wichtig: „Auch wenn wir die Gemeinschaft untereinander vermissen – Gott ist nicht an ein Gebäude gebunden.“

So redet heute keiner mehr – na und?

„Mensch, eigentlich sollte man diese Worte wiederbeleben.“, das denke ich in diesen Tagen öfter. Zum Beispiel das Wort „Besonnenheit“. Wann haben Sie es zuletzt benutzt? Gehört es überhaupt zu ihrem Wortschatz? Mir gefällt, dass das Wort „Sonne“ drin steckt und auch die Haltung, die damit beschrieben wird. 

„Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut“ (EG 84) so heißt es in einem alten Choral. So redet heute keiner. Trotzdem: Menschen mit „stillem, sanften Mut“ brauchen wir…

Oder bestimmt kennen Sie auch den Klassiker „Nun danket alle Gott. Dort heißt es: „Der ewigreiche Gott woll` uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben“ (EG 321) –  Mit den Konfis hab ich vor einigen Wochen überlegt, was mit einem „immer fröhlichen Herzen“ wohl gemeint sein kann. Da das Lied während des 30-jährigen Krieges geschrieben wurde, ist sicher keine überschwängliche Freude gemeint, sondern etwas ganz anderes…Vielleicht eine positive Haltung, weil Gott mit uns geht? 

Und noch ein Wort gefällt mir: Das Wort „Wohlauf“. Jetzt, wo alles noch so ungewohnt und mühsam erscheint, können wir uns das selber sagen: „Wohlauf!“.  Oder wie die Denkinger Jungschar ihre Stunde zu beenden pflegt: „Mit Jesus mutig voran.“ Let’s go for it.

Ein Gedanke von Oliver Helmers

Interview mit Tabea und Gerd-Ulrich Kirn

Tabea und Gerd-Ulrich Kirn haben eine Hausarztpraxis in Aldingen. In unserer Gemeinde sind sie vielfältig engagiert. Ich konnte ihnen einige Fragen stellen.

Oliver Helmers: Liebe Tabea, lieber Gerd-Ulrich, bestimmt hat sich in Eurer Praxis seit Corona Einiges geändert. Was ist seit März alles anders geworden?

Tabea Kirn: Die Patienten müssen klingeln und dürfen nur eintreten, wenn sie kein Erkältungszeichen haben. Alle mit Schnupfen, Husten, etc. werden im Zelt vor der Tür behandelt. Seit der Maskenpflicht fehlt mir die lebendige Mimik im Gespräch.
Gerd-Ulrich Kirn: Die Abläufe sind komplizierter: mehr Telefon, Infektpatienten von anderen Patienten trennen, sich in Montur einkleiden bei der Behandlung. Am Ende des Tages ist man bei deutlich weniger Arbeit genauso erschöpft.

Ist es richtig, dass nun weniger zum Hausarzt gehen, weil sie Angst vor Ansteckung haben?
Gerd-Ulrich Kirn: ja! Und erst mal war das auch gut so. Eine vorsichtige Rückkehr zu etwas mehr Normalität ist aber auch im Krankenhaus und den Praxen wieder gerechtfertigt.

Tabea Kirn: Zurzeit arbeitet immer nur ein Arzt in der Sprechstunde. Dafür telefonieren wir alle sehr viel oder machen auch Videosprechstunde (selten). Eigentlich ist es auch schön, manchmal wieder mehr Zeit für den einzelnen zu haben.

Für euch spielt der Glaube eine große Rolle. Verändert euer Glaube an Jesus Christus auch eure Arbeit?

Gerd-Ulrich: Das wünsche ich mir – dass Gelassenheit spürbar ist. Nicht, weil wir bagatellisieren oder dramatisieren, sondern glauben, dass Gott alles, auch Corona, weiß. Römer 8 ist klasse, um diese Perspektive zu kriegen!

Tabea Kirn: Ich erlebe oft, wie ich an die Grenzen der ärztlichen Kunst komme, gerade angesichts schwerer unheilbarer Erkrankung, Sterben und Tod. Da ist es enorm entlastend zu wissen, dass jeder Einzelne letztendlich in Gottes Hand ist, dass ER Anfang und Ende bestimmt und ich einfach für meine Patienten beten kann.

Was wünscht Ihr Euch für unsere Kirchengemeinde?

Tabea Kirn: Ich wünsche, dass wir Hoffnungsträger sind, die ihren Glauben an Jesus relevant taktisch in unsere säkulare Welt, die Nachbarschaft, Arbeitswelt etc. hineintragen. Bedenkenträger haben wir genug!

Gerd-Ulrich Kirn: Klasse, was ihr online auf die Beine stellt! Und doch wären viele informelle Zweiertreffen oder Telefonate auch stärkend. Ich hoffe, da läuft viel – und bald wieder Gottesdienst, das wünsche ich mir. Er fehlt doch sehr!

Vielen Dank für das Interview. Gottes Segen für Eure Arbeit!

To-do-Listen, Teil 2

Danke, Oliver! Du hast uns dieses Thema in seiner biblischen Tiefe gezeigt. Mit solchen Listen kann man sich ja schön fertigmachen. Paulus` Liste finde ich eher eine Inspiration dafür, die wesentlichen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Etwas flapsiger ging es vor einiger Zeit auf der Männertoilette im Gemeindehaus zu. Dort hat jemand – übrigens herzlichen Dank an den Unbekannten, ich vermute, es war ein Mann – tolle Post-its und Spruchkarten auf die Fliesen und auf den Spiegel geklebt. Hat mir super gefallen. Mach mal wieder, Unbekannter!

Reinhold Adt

Kindergarten „Hand in Hand“ zeigt Herz

Seit der Schließung des Kindergartens ist nun einige Zeit vergangen. Schon viele Wochen bekommen die Familien der Einrichtung wöchentlich einen Newsletter zugeschickt, mit vielen Ideen für zu Hause. In der letzten Woche bekam jedes Kind einen persönlichen Brief mit aufmunternden Worten seiner Erzieherin zugestellt. Darin erhalten war auch ein kleines Holzherz, das nach Belieben kreativ gestaltet werden und dann am Zaun des Kindergartens aufgehängt werden kann. Das Herz als Symbol der Zusammengehörigkeit soll uns zeigen, dass wir alle miteinander verbunden sind, auch wenn wir uns im Moment nicht persönlich sehen können.

Deshalb würden wir uns sehr freuen, wenn jeder, der Lust hat, ein Herz gestaltet und bei uns an den Kindergartenzaun in der oberen Felbenstrasse hängt. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf.
Egal, ob aus Holz, aus Stoff, mit Bügelperlen oder was Ihnen sonst noch so einfällt! Wir freuen uns über jedes Herz, das an unserem Zaun erstrahlt und somit Teil eines großen Ganzen ist!

Es grüßen herzlich die Erzieherinnen des Kindergartens „Hand in Hand“

Der Referent kommt wieder eine Weile

Ich freue mich sehr, dass ich von Dekan Berghaus mit der Elternzeitvertretung für Oliver Helmers beauftragt worden bin.

In der Zeit bis zum Sommer darf ich immer wieder bei Ihnen in der Kirchengemeinde sein, werde in Denkingen, Frittlingen und Aixheim die Trauerfeiern übernehmen und auch den einen oder anderen Gottesdienst halten – ob das „live“ oder online sein wird, ist noch nicht so ganz absehbar.

Damit Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben: Mein Name ist Markus Arnold, ich bin Pfarrer und Referent beim Dekan in Tuttlingen. In dieser Funktion bin ich zuständig für die Diakonie, die Erwachsenenbildung und die Asylarbeit im Kirchenbezirk, habe einen kleinen Seelsorgeauftrag in Tuttlingen und darf darüber hinaus immer da Dienst tun, wo gerade „Not am Mann“ ist.

Nachdem ich einige von Ihnen schon ganz zu Beginn meiner Dienstzeit hier im Kirchenbezirk im Rahmen von Vertretungsdiensten kennenlernen durfte, freue ich mich jetzt, diese Kontakte weiter auszubauen und bin gespannt auf unsere Begegnungen.

To-Do-Listen (Impuls)

Zu To-Do-Listen kann man nur eine Hass-Liebe entwickeln: Sie helfen einem das Leben zu organisieren. Andererseits haben sie die Tendenz nicht kürzer, sondern länger zu werden. Sie haken 5 Dinge ab, und 8 neue kommen hinzu. Kommt ihnen das bekannt vor?

Arbeitgeber schreiben in der Regel zu viel als zu wenig auf die Aufgabenlisten, um ihre Mitarbeiterinnen nicht zu unterfordern. Warum? Um das Beste aus ihnen herauszuholen. Auch wenn die Angestellten nicht alle Aufgaben schaffen, wird ihr Arbeitstempo steigen und sie werden mehr Ergebnisse erzielen als bisher gedacht.

So will ich die To-do-Liste verstehen, die Paulus an die Gemeinde in Rom schickt: 19 Aufgaben. Sicher kann man nicht alles umsetzen (dafür braucht’s wohl das ganze Leben!), aber vielleicht gibt es ja eine Aufgabe, an der ihr Auge hängen bleibt? Eine Sache, die für Sie heute dran ist?  
Römer 12, 9-16: 


1. Hasst das Böse.

2. Hängt dem Guten an.

3. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich.

4. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

5. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt.

6. Seid brennend im Geist.

7. Dient dem Herrn.

8. Seid fröhlich in Hoffnung.

9. Seid geduldig in Trübsal.

10. Seid beharrlich im Gebet.

11. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an.

 12. Übt Gastfreundschaft.

13. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und verflucht sie nicht.

14. Freut euch mit den Fröhlichen.

15. Weint mit den Weinenden.

16. Seid eines Sinnes untereinander. 

17. Trachtet nicht nach hohen Dingen.

18. Haltet euch zu den niedrigen Dingen.

19. Haltet euch nicht selbst für klug.

PS: Noch wichtiger als die To-do-Liste ist für Paulus die Getan-Liste: Jesus ist für unsere Sünden gestorben! Darum dürfen auch wir gnädig mit uns selber sein, wenn wir an der Umsetzung dieser To-Dos scheitern.

Paulus Oliver Helmers

Hier hast du den Tag zurück (Fundstück)

Kirchengemeinden produzieren gerade ständig neue Ideen. Manche werden gut angenommen, einige außerordentlich gut. Ein besonderes Fundstück kommt aus Nordrhein-Westfalen. Pfarrer Holger Pykas Abendgebete haben in kurzer Zeit Tausende Klicks erreicht.

Wann können wir wieder in die Kirche? (Bericht aus der Gemeinde)

„Ab Sonntag darf man wieder Gottesdienst feiern. Nur wir wissen ehrlich gesagt noch nicht, wie das geht.“, sagte Pfarrer Ulrich Dewitz am Sonntag (3.5.20) in den Abkündigungen. „Die Auflagen sind streng, wohl auch zu recht. Ich vertröste sie noch ein wenig, für nächste Woche machen wir alles so wie jetzt, online“, so Ulrich Dewitz.

 
Zu den Auflagen der Landeskirche gehört, dass zwei Meter Abstand in jede Richtung gehalten werden muss. „Damit geht die Landeskirche bewusst über die Vorgaben des Landes hinaus“, wie es in einer offiziellen Verlautbarung der Landeskirche heißt. Auch wird das Singen nicht erlaubt sein. Masken sollen dringend empfohlen werden, auch viele weitere Sicherheitsmaßnahmen sind geboten. Kindergottesdienst und Krabbelkirche dürfen vorerst nicht stattfinden. Auch werden keine Konfirmationen erlaubt sein. Taufen sollen in separaten Gottesdiensten stattfinden. Das Abendmahl entfällt.

Nach einem ersten Austausch in der Kirchengemeinderatssitzung wird ein kleines Team die örtlichen Bedingungen anschauen. Am Mittwoch wird der Kirchengemeinderat dann  in einer  Videokonferenz weiter über Präsenzgottesdienste beraten. Fest steht schon jetzt, dass wir unsere Gottesdienste auch weiterhin ins Internet übertragen möchten.  

Oliver Helmers